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AGEs - lassen uns alt aussehen

Advanced Glycation Endproducts, kurz AGEs, sind Moleküle, die in deinem Körper entstehen, wenn Zucker sich mit Proteinen oder Fetten verbinden. Dieser Prozess heißt Glykierung und passiert ständig, besonders wenn du viel Zucker isst oder Lebensmittel stark erhitzt werden. AGEs sind nicht nur ein Nebenprodukt, sie können aktiv Schäden verursachen und gehören deshalb zu den sogenannten Gerontotoxinen – Substanzen, die den Alterungsprozess beschleunigen und Krankheiten fördern.


Nahaufnahme von Lebensmitteln mit hohem AGE-Gehalt auf einem Teller
Sieht eigentlich ganz gesund aus oder? Das Fleisch hier hat allerdings einen extrem hohem AGE-Gehalt...

Was passiert bei der Bildung von AGEs?


AGEs entstehen durch eine nicht-enzymatische Reaktion zwischen reduzierenden Zuckern (wie Glukose) und Aminogruppen von Proteinen, Lipiden oder Nukleinsäuren.

Diese Reaktion heißt Maillard-Reaktion und ist verantwortlich für die Bräunung von Lebensmitteln beim Kochen. Im Körper führt die Anhäufung von AGEs dazu, dass Proteine ihre Struktur und Funktion verlieren, was zu Entzündungen und oxidativem Stress führt.


Warum gehören AGEs zu den Gerontotoxinen?


Gerontotoxine sind Substanzen, die den Alterungsprozess fördern und die Zellfunktion beeinträchtigen. AGEs passen genau in diese Kategorie, weil sie:


  • Zellschäden verursachen durch Quervernetzung von Proteinen

  • Entzündungen auslösen und das Immunsystem belasten

  • Oxidativen Stress erhöhen, der Zellen und Gewebe schädigt

  • Funktion von Enzymen und Rezeptoren stören


Diese Effekte beschleunigen die Alterung und erhöhen das Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer.


Was bedeuten AGEs für deinen Körper?


Wenn sich AGEs im Körper ansammeln, verändern sie die Elastizität von Geweben, zum Beispiel in Haut, Blutgefäßen und Organen. Das führt zu sichtbaren Alterungszeichen wie Falten, aber auch zu ernsteren Problemen wie steifen Arterien oder Nierenschäden. Besonders kritisch ist die Wirkung auf das Gehirn: AGEs können die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und dort Nervenzellen schädigen.


Sirtuine und ihre Beziehung zu den AGEs


Sirtuine sind Enzyme, die eine wichtige Rolle bei der Zellreparatur und dem Schutz vor Alterung spielen. Sie helfen, die negativen Effekte von AGEs zu reduzieren, indem sie Entzündungen hemmen und die Zellgesundheit fördern. Studien zeigen, dass eine verminderte Sirtuin-Aktivität mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer zusammenhängt. AGEs können diese schützenden Enzyme jedoch hemmen, was die Entstehung von z.B. Alzheimer begünstigen kann.


Die 10 Lebensmittel mit dem höchsten AGE-Gehalt


Du kannst die Aufnahme von AGEs durch deine Ernährung beeinflussen. Besonders hoch sind die Werte in:


  1. Gegrilltes oder gebratenes Fleisch

  2. Frittiertes Essen

  3. Hartkäse

  4. Gebackene Kekse und Kuchen

  5. Toast und stark geröstetes Brot

  6. Fertiggerichte mit hohem Fett- und Zuckergehalt

  7. Geräucherte Lebensmittel

  8. Pommes Frites

  9. Mayonnaise und fettreiche Dressings

10. Stark erhitzte Milchprodukte wie Sahne und Butter


Diese Lebensmittel enthalten viele AGEs, weil sie bei hohen Temperaturen zubereitet oder verarbeitet werden. Wenn du deine AGE-Belastung senken möchtest, solltest du auf schonendere Zubereitungsarten wie Dünsten oder Dampfgaren bei niedrigen Temperaturen setzen.



AGEs sind also keine harmlosen Nebenprodukte, sondern aktive Schadstoffe, die deinen Körper und dein Gehirn belasten können. Indem du deine Ernährung anpasst und Lebensmittel mit hohem AGE-Gehalt meidest, kannst du die Entstehung von Zellschäden verlangsamen. Gleichzeitig unterstützt du deine Sirtuine, die als natürliche Schutzmechanismen gegen Alterung und neurodegenerative Erkrankungen wirken. Achte auf deine Ernährung – dein Körper und dein Gehirn werden es dir danken.



Studien zum Thema:


  • Vor allem lesenswert:

    Uribarri J, Cai W, Ramdas M, Goodman S, Pyzik R, Chen X, Zhu L, Striker GE, Vlassara H. Restriction of advanced glycation end products improves insulin resistance in human type 2 diabetes: potential role of AGER1 and SIRT1. Diabetes Care. 2011 Jul;34(7):1610-6. doi: 10.2337/dc11-0091. PMID: 21709297; PMCID: PMC3120204.

    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3120204/



  • Huang K, Huang J, Xie X, Wang S, Chen C, Shen X, Liu P, Huang H. Sirt1 resists advanced glycation end products-induced expressions of fibronectin and TGF-β1 by activating the Nrf2/ARE pathway in glomerular mesangial cells. Free Radic Biol Med. 2013 Dec;65:528-540. doi: 10.1016/j.freeradbiomed.2013.07.029. Epub 2013 Jul 24. PMID: 23891678.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23891678/


 
 
 

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